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Donnerstag, 15. Januar 2015

Was ist Schizophrenie?

Die Schizophrenie ist eine der schwersten psychiatrischen Erkrankungen, die es gibt. Etwa eine von 100 Personen erkrankt im Verlaufe ihres Lebens an ihr. Es handelt sich also um eine relativ häufige Erkrankung. In der Regel bricht die Schizophrenie zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr aus. Männer und Frauen erkranken etwa gleich häufig, allerdings ist der Zeitpunkt des Erstauftretens bei Männern im Schnitt früher.

Die Ursachen für die Erkrankung sind sehr vielfältig. Es scheint eine genetische Komponente zu geben, Veränderungen im Gehirnstoffwechsel können beobachtet und Störungen in der kindlichen Entwicklung müssen berücksichtigt werden. Dazu gibt es noch einige Faktoren, die das Auftreten einer Schizophrenie wahrscheinlicher machen. Dazu gehören beispielsweise ein niedriger sozialer Status, Ehelosigkeit oder Jahreszeitliche Einflüsse.

Das Bild vom Verrückten, der durch die Gegend rennt und Laternen oder Bäume beschimpft, vielleicht sogar wild um sich schlägt, trifft häufig nicht zu. Den meisten Menschen in einer schizophrenen Akutphase würde man vielleicht ansehen, dass etwas nicht stimmt, aber mehr auch nicht. Zeigen kann sich eine Schizophrenie natürlich durch offensichtliches Halluzinieren und starke Erregung, sie kann allerdings auch einfach nur durch Gleichgültigkeit, sozialen Rückzug und/oder Denkstörungen geprägt sein. Viele Dinge kann man von Außen sehr schwer beurteilen, da sich die Schizophrenie eben in erster Linie im Kopf des Betroffenen abspielt. Als Außenstehender nimmt man oft nur einen Bruchteil der Problematik wahr.

Der Verlauf einer Schizophrenie kann sehr verschieden sein. Sie kann schnell kommen oder einschleichend beginnen. Sie kann durch einmalige oder wiederkehrende Schübe gekennzeichnet sein. Das Gesamtbefinden eines Betroffenen kann sich über die Zeit verbessern oder verschlechtern. Es gibt sozusagen nichts, was es nicht gibt.
Die Prognose ist heutzutage bei schnellem Einsetzen der Therapie relativ gut. Etwa 60% aller Betroffenen können ins Arbeitsleben komplett (re-)integriert werden, weitere 20% immerhin in Teilzeit. Die wichtigsten Säulen der Therapie sind die Medikamentengabe mit sogenannten Neuroleptika und eine Psychotherapie. Zusätzlich können Soziotherapien die Prognose verbessern.



Dienstag, 27. Mai 2014

Der Herzinfarkt - Brustschmerz und Atemnot


Ein Herzinfarkt ist definiert als Absterben von Herzmuskelgewebe, meist durch eine Verengung der Herzkranzgefäße verursacht. Auslösende Faktoren sind plötzliche körperliche Anstrengung und/oder Stresssituationen. Auffällig ist, dass sich die meisten Infarkte in den frühen Morgenstunden ereignen.


Die Symptomatik kann sehr stark variieren

Typisch für einen Herzinfarkt sind vernichtende Brustschmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen und die durch Nitrospray oder Ruhe kaum zu beeinflussen sind. Wissenswert ist noch, dass circa 20 Prozent aller Infarkte ohne Schmerzen einhergehen (sog. "Stumme Infarkte"). Letzteres ist typisch für Diabetiker. Weitere Symptome sind Kaltschweißigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Auch Herzrhythmusstörungen (umgangssprachlich: Herzstolpern) und/oder Blutdruckabfall können vorhanden sein.


Die diagnostischen Mittel sind vielfältig

Generell steht eine große Vielfalt an Methoden zur Verfügung, um einen Herzinfarkt auszuschließen oder zu bestätigen. Dazu gehört das EKG (Elektrokardiogramm), wo man die Herzströme sichten kann, die Blutuntersuchung, bei der bestimmte Werte angeschaut werden, die aufschlussreich sein können (z.B. Troponin, CK, Myoglobin, LDH und AST (GOT)). Während die EKG-Veränderungen recht schnell einsetzen, sind erste herzinfarktspezifische Blutwertveränderungen frühestens drei Stunden nach Schmerzbeginn zu erwarten. Und drittens sind bildgebende Verfahren zu nennen. Dazu gehören Ultraschall des Herzens, Koronarangiographie (man schaut sich die Herzkranzgefäße an) und die MRT (Magnetresonanztomographie).
Natürlich gibt es verschiedene Krankheiten, die dem Herzinfarkt in ihrer Symptomatik ähneln können. Dazu gehören die Lungenembolie (Verschluss der Lungenarterien), Erkrankungen des Verdauungstraktes und sogar der Grüne Star, denn auch dieser kann Schmerzen verursachen, die in den Brustkorbbereich ausstrahlen.


Therapeutisch kann man mit Medikamenten, aber auch minimal-chirurgisch eingreifen

Hier soll nur auf die Therapie bei akutem Auftreten eines Herzinfarktes eingegangen werden. Es gibt einige Basiselemente, die in jedem Fall durchgeführt werden sollten und die initial wichtig sind. Dazu gehören Oberkörperhochlagerung, Sauerstoffgabe, Gabe von Nitro-Spray, Einnahme von Beruhigungs- und Schmerzmitteln, Gabe von Heparin und ASS und vorsichtige Verabreichung von Betablockern (z.B. Metoprolol). Um die Medikamente verabreichen zu können, wird in jedem Fall ein Venenzugang gelegt.
Nach dieser Erstversorgung, die schon ambulant durchgeführt wird, kann in der Klinik noch spezifischer behandelt werden. Dazu gehört beispielsweise die PTCA (Perkutane transluminale Koronarangiographie), bei der unter Röntgenkontrolle die betroffenen Herzkranzgefäße wieder erweitert werden können (durch eine sogenannte Stentimplantation). Des Weiteren können Medikamente (z.B. Fibrinolytika) gegeben werden, die die Gefäßverengung gezielt angreifen und sie beseitigen.


Die Prognose hängt sehr stark von dem Einsetzen der Hilfsmaßnahmen ab

Auch heutzutage sterben fast die Hälfte der Patienten am Tag nach dem Infarkt (meist an einer Herzrhythmusstörung, die sich Kammerflimmern nennt). Weitere 5-10 Prozent der Patienten versterben innerhalb von zwei Jahren nach der Erkrankung an plötzlichem Herztod. Natürlich sind das nur Durchschnittswerte. Den stärksten Einfluss auf die Prognose haben der Zeitraum bis zur professionellen Betreuung und die Schwere des Infarktes. Prognostisch relevant sind außerdem das Rauchverhalten (wer nicht raucht, hat eine bessere Prognose) und das Gewicht (je weniger übergewichtig man ist, umso besser ist die Prognose).


Spätkomplikationen müssen durch eine engmaschige Nachsorge ausgeschlossen werden

Eine mögliche Komplikation ist eine Herzbeutelentzündung, welche in diesem Zusammenhang als Dressler-Syndrom bezeichnet wird. Es imponiert meist durch plötzlich einsetzende thorakale Schmerzen in Zusammenhang mit Fieber u./o. Entzündungszeichen in der Blutuntersuchung. Die genaue Ursache dieses Syndroms ist nicht bekannt.
Eine zweite, wichtige Spätkomplikation ist das Herzwandaneurysma, welches wiederum folgende Schäden bedingen kann: Perforation der Herzwand, Thrombenbildung, Herzrhythmusstörungen und Ähnliches. Gerade an dieser Stelle kommt der Nachsorge eine große Bedeutung zu.



Fallbeispiel zum Thema: "Der schmerzhafte Oberbauch"



Behandlung des Herzinfarktes in der Notfallsituation


Eine der einfachsten Maßnahmen, die auch jeder Ersthelfer durchführen kann, ist bei Verdacht auf einen Herzinfarkt die Oberkörperhochlagerung. Dabei sollte der Winkel ungefähr 45 Grad betragen. Durch diese Maßnahme wird das Herz entlastet und einem eventuellen kardiogenen Schock vorgebeugt. Eine weitere wichtige Handlung als Ersthelfer sollte sein, dass man den Betroffenen anweist, sich so wenig wie möglich zu bewegen, um das Herz nicht zusätzlich zu belasten. Weiterhin kann man eng sitzende Kleidungsstücke entfernen lassen, um etwas Linderung der Beschwerden zu erwirken.


Allgemeine Erstmaßnahmen sind die Sauerstoffgabe und das Legen einer Flexüle

Die Gabe von Sauerstoff ist in vielen Notfallsituationen sinnvoll, besonders aber beim Herzinfarkt, denn das Problem ist eben dieses, dass der Herzmuskel an einer Unterversorgung mit Sauerstoff leidet. In der Regel stellt man den Flow auf circa 4-6 Liter/Minute ein. Bei Bedarf kann dieser Richtwert auch erhöht werden. Die zweite wichtige Initialmaßnahme besteht in dem Legen eines periphervenösen Zugangs, also einer Flexüle. Wie üblich sollte der Durchmesser (das Lumen) der Kanüle möglichst groß gewählt werden. Dies hat einen besonderen Grund: Man weiß nicht, ob der Patient nicht eventuell in eine Schocksituation fällt. Diese Situation hat zur Folge, dass die Venen an Armen und Beinen weniger durchblutet werden und es dann schwer ist, einen periphervenösen Zugang zu legen. Und dieser ist in der Herzinfarktbehandlung unerlässlich, da die meisten Medikamente über ihn appliziert werden. Außerdem kann im Falle eines Schocks durch Infusionen diesem entgegengewirkt werden.


Die weitere Therapie unterscheidet sich je nachdem, ob es sich um einen NSTEMI oder STEMI handelt

Zur Unterscheidung: Bei einem NSTEMI ist das EKG weitestgehend unauffällig, während bei einem STEMI die typischen EKG-Veränderungen sichtbar sind (z.B. ST-Strecken-Hebungen; daher der Name,ST-Elevation-Myocardial-Infarction). Der NSTEMI bietet folgende Therapieoptionen: Gabe von Nitraten unter die Zunge (Nitrospray in typischer rosaroter Färbung), Verabreichung von ASS (besser bekannt als Aspirin in der Kopfschmerztherapie), Morphiumapplikation je nach Schmerzstärke, Beta-Blocker-Gabe, z.B. Beloc-zok oder Verapamil-Gabe bei Kontraindikation für Beta-Blocker. Wichtig zu wissen ist, dass ein NSTEMI in einen STEMI übergehen kann, was die Situation verschärft.


Die Therapie des STEMI muss möglichst rasch und zielgerichtet erfolgen

Einige Medikamente sind mit der Behandlung des NSTEMI identisch, wie die Gabe von Nitrospray, ASS, Beta-Blockern oder Morphium. Hinzu kommt das Heparin, welches einen weiteren Verschluss der Herzkranzgefäße verhindert und der Einsatz von Fibrinolytika, die das Gerinnsel auflösen sollen. Allerdings gibt es eine Menge an Faktoren, die eine Behandlung mit Fibrinolytika verbieten (sogenannte Kontraindikationen). Dazu gehören Hirnblutung in der Vergangenheit, jedwede Erkrankung des Hirns und/oder Rückenmarks, bekanntes Bluterleiden und einiges mehr. In jedem Fall muss ein zügiger Transport in eine adäquate Klinik erfolgen, um den Patienten intensivmedizinisch weiter versorgen zu können.



Dienstag, 25. September 2012

Arthrose - Schmerzen im Gelenk


Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung in den westlichen Industrienationen. Sie ist eine Krankheit, die, ihre Symptome betreffend, leicht, aber auch sehr schwer verlaufen kann. Es ist deshalb wichtig, so früh wie möglich zu intervenieren und mit der Therapie zu beginnen.


Eines der wichtigsten Symptome ist der Schmerz

Die Arthrose kann prinzipiell alle Gelenke im Körper betreffen. Am häufigsten findet man sie am Kniegelenk (Gonarthrose), am Hüftgelenk (Coxarthrose), am Daumengrundgelenk (Rhizarthrose), an der Wirbelsäule oder an den Fingergelenken. Die Arthrose ist gekennzeichnet durch einen Verlust von Knorpelsubstanz im betroffenen Gelenk. Ihre Symptome sind unter anderem folgende: Schmerz, Schwellung, Überwärmung und Funktionseinschränkungen. Hinzu kommen mögliche Reibegeräusche bei Bewegung. Allerdings müssen nicht zwingend alle dieser Symptome bei jedem Patienten vorhanden sein. Das charakteristischste Zeichen der Arthrose ist der Schmerz. Normalerweise verschlimmert er sich bei Bewegung des betroffenen Gelenks. Über die Zeit, und ohne eine zielführende Therapie kann sich aber auch ein Dauerschmerz einstellen. Typisch für die Krankheit sind auch Symptome wie beispielsweise Gelenksteifigkeit nach längerem Nichtbewegen des betroffenen Gelenks.


Die Diagnostik erfolgt radiologisch und anhand des klinischen Bildes

Im Frühstadium der Erkrankung sind radiologisch kaum Veränderungen festzustellen, selbst wenn klassische Symptome bereits vorhanden sein sollten. Später jedoch kann man auf dem Röntgenbild die Verschmälerung des Gelenkknorpels sehen. Dieser Befund, zusammen mit dem typischen klinischen Bild, macht die Diagnose einer Arthrose möglich. Laboruntersuchungen (Blut und Urin) sind bei der Arthrosediagnostik von Geringem, weil sehr unspezifischem Wert.


Die Therapie gründet sich auf Patientenschulung, Belastungseinschränkung und Medikamenten

Die wichtigsten Ziele der Therapie sind die Schmerzreduktion und der Erhalt der Funktionsfähigkeit. Die erste Säule der Arthrosebehandlung ist die Patientenschulung. Je besser ein Patient über seine Erkrankung Bescheid weiß, umso genauer kann er sich auf sie einstellen. Er weiß nach einer solchen Schulung gut Bescheid darüber, welche Dinge er tun kann und welche er besser meiden sollte; welche Symptome ihm beispielsweise als Warnzeichen dienen sollten. Ein Beispiel ist, und damit wären wir schon bei der zweiten Säule der Therapie, dass es sehr wichtig ist, eine übermäßige Belastung des betroffenen Gelenkes zu vermeiden. Bewegung ist gut, aber eben in Maßen. Es ist auch deshalb nicht gut, auf Bewegung völlig zu verzichten, da viele Arthrosekranke in der Folge ihrer Erkrankung, sich weitere Erkrankungen an Land ziehen, wie zum Beispiel Atherosklerose (Gefäßverkalkung) oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), die typischerweise durch mangelnde Bewegung entstehen. Die dritte Säule der Therapie bei Arthrose ist die Medikation. Prinzipiell gibt es zwei Medikamentengruppen, die hier infrage kommen. Zum einen sind das entzündungshemmende Mittel. Dazu gehören NSAID, Coxibe und Kortison. Und zum anderen kommen Schmerzmedikamente zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise Opiate. Als Letztes ist zu erwähnen, dass auch operative Maßnahmen als Therapie herangezogen werden können. Zum Beispiel in Form eines künstlichen Gelenkersatzes. Diese Option kommt allerdings nur in Betracht, wenn eine schwerste Form der Arthrose vorliegt und keine der zuerst genannten Methoden zielführend ist.




Rheuma (Rheumatoide Arthritis) - Symptome, Diagnostik und Therapie


Die Rheumatoide Arthritis (Rheuma) ist eine chronische Erkrankung unbekannter Ursache. Es handelt sich bei ihr um eine Gelenkentzündung, die vorwiegend symmetrisch und an peripheren Gelenken (also zum Beispiel an den Händen) auftritt und dort Symptome hervorruft. Der Beginn der Krankheit liegt meist im vierten und fünften Lebensjahrzehnt. Eine genetische Komponente scheint als Ursache vorhanden. Ein zügiges Einsetzen der Therapie ist essentiell. Eine Anmerkung noch: Der Begriff "Rheuma" ist im Grunde genommen nicht ganz korrekt für die Rheumatoide Arthritis, da unter die Rubrik Rheumatische Erkrankungen noch viele andere Leiden gehören. Der Einfachheit halber wird er hier aber synonym genutzt.


Schmerz und sonstige Symptome bei Rheuma

Bei über der Hälfte der Patienten beginnt das Rheuma schleichend und es finden sich unbestimmte Symptome, wie zum Beispiel Abgeschlagenheit, nächtliches Schwitzen und Gewichtsverlust. Irgendwann setzen dann die spezifischen Symptome ein. Dazu gehören Bewegungsschmerz und Schwellung der Fingergrund- und proximalen Interphalangealgelenke (von den Fingerspitzen aus gesehen den zweiten Gelenken) in symmetrischer Verteilung (beidseits an den entsprechenden Gelenken). Die distalen Interphalangealgelenke (also die, die den Fingerspitzen am nächsten sind) sind nie betroffen.
20 Prozent der Patienten mit Rheuma haben als Symptome sogenannte Rheumaknoten (Verdickungen der Gelenke).
Mit etwas Humor betrachtet, kann man sagen, dass die Hände die Visitenkarte des Rheumatikers sind. Zusätzlich können Symptome abseits der Gelenke auftreten. Dazu gehören Entzündungen am Auge, die durch Trockenheit des Sehorgans auffallen. Weiterhin können Missempfindungen an den Fingern auftreten, wie zum Beispiel Kribbeln oder Taubheitsgefühl. Man sieht also, dass die Symptome sich nicht nur auf die Gelenke beschränken und eine Therapie folglich auch nicht nur auf diese abzielen kann.


Zur Diagnostik stehen Verfahren, wie zum Beispiel Laboruntersuchungen und Ultraschall zur Verfügung

Dem Labor kommt bei der Diagnostik des Rheuma eine große Bedeutung zu. Verschiedene Parameter können dabei untersucht werden, um eventuelle Symptome zu bestätigen und ggf. eine Therapie einleiten zu können. Allgemeine Entzündungszeichen, sogenannte Rheumafaktoren und Antikörper geben Hinweise auf die Erkrankung. Radiologisch gibt es ebenfalls verschiedenste Verfahren, die von Relevanz sind. Dazu gehören Ultraschall der Gelenke, Kontrastmittel-MRT, konventionelles Röntgen und spezielle Szintigraphieformen. Die Amerikanische Rheumatologische Vereinigung hat festgelegt, dass eine RA als diagnostiziert gilt, wenn vier der folgenden sieben Kriterien zutreffen:

1. Morgensteifigkeit der Gelenke von mindestens einer Stunde Dauer
2. Gelenkentzündung von drei oder mehr Gelenkbereichen
3. Gelenkentzündung der Hand- oder Fingergelenke
4. Gleichzeitiger Befall desselben Gelenkbereiches beider Körperhälften
5. Rheumaknoten
6. Nachweis von Rheumafaktoren im Blut
7. Typische Röntgenveränderungen der Hände


Als Therapie kommen hauptsächlich physikalische und medikamentöse Verfahren in Betracht

Einleitend muss hier gesagt werden, dass es wichtig ist, so früh wie möglich mit der Therapie zu beginnen. Das Motto lautet: "Hit hard and early", also schlage schnell und früh zu. Zugeschlagen werden kann zum Beispiel mit Therapien der physikalischen Medizin, wie Wärme-, Kälte-, Elektro-, Bewegungs- oder Massagemaßnahmen. Der Hauptpfeiler der Behandlung bei Rheuma ist jedoch die medikamentöse Therapie. Es stehen dabei zahlreiche, verschiedenste Mittel zur Verfügung. Auch hier ist, wie bei jeder Erkrankung nicht für jeden Patienten das gleiche Medikament angebracht. Die vorliegenden Symptome können dabei Hinweise geben. Die Auswahl muss von einem erfahrenen Arzt vorgenommen werden. An dieser Stelle sollen nur einige Medikamente genannt werden, die in Betracht kommen. Eine genaue Beschreibung oder Indikation würde den Rahmen sprengen. Als erstes und bekanntestes Mittel der Rheuma-Therapie ist das Kortison, aus der Gruppe der Glukokortikoide, zu nennen. Eine weitere wichtige Gruppe sind DMARDs (Disease Modifying Antirheumatic Drugs). Hier finden sich Medikamente, wie Methotrexat, Cyclophosphamid, Sulfasalazin, Infliximab und Etanercept. Die dritte wichtige Gruppe bei der medikamentösen Behandlung des Rheuma, ist die der NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika). Dazu gehören bekannte Mittel, wie zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac, die auch in der Therapie sonstiger Schmerzen eingesetzt werden.


Die Entwicklung der Krankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen

Die Prognose des Rheuma betreffend soll an dieser Stelle noch folgendes erwähnt werden: Trotz moderner Therapie sind, aufgrund schwerwiegender Symptome, nach zehn Jahren Krankheitsdauer bis zu 50 Prozent der Patienten erwerbsunfähig. Die Lebenserwartung ist im Durchschnitt um sieben Jahre vermindert. Häufige Todesursachen sind Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Und leider können auch Nebenwirkungen der eingenommenen Medikamente die Lebensdauer verkürzen. Auch aus diesem Grund muss eine Therapie sehr überlegt stattfinden.



Endokarditis - Fieber und Brustschmerzen


Die Endokarditis (eine Form der Herzentzündung) ist eine schwerwiegende und äußerst ernst zu nehmende Erkrankung. Obwohl bestimmte Personengruppen davon häufiger betroffen sind (z.B. Drogenabhängige, Menschen mit angeborenen Herzerkrankungen, Menschen, die kurze Zeit vor Eintritt der Symptome eine Zahn-Operation hatten), kann prinzipiell jeder Mensch diese Erkrankung bekommen.


Die Symptome können sehr vielfältig sein

Es wird bei der Endokarditis zwischen akuten (schnell einsetzenden) und subakuten (langsamer einsetzenden) Verläufen unterschieden. Diesen Verläufen können in der Regel bestimmte Erreger zugeordnet werden. Während also Beta-hämolysierende Streptokokken, Pneumokokken und Staphylokokkus aureus eher akute Verläufe verursachen, sind Streptokokkus viridans, Enterokokken und Keime der HACEK-Gruppe eher für subakute Verläufe verantwortlich.
Typische Symptome sind für die Endokarditis eher selten. Allgemeines Schwächegefühl, Abgeschlagenheit, Müdigkeit sind Allgemeinsymptome, die aber eben auch auf viele andere Krankheiten hinweisen können. Fieber, das höher als 38 Grad Celsius klettert, ist schon ein genauerer Hinweis, dass etwas Schwerwiegenderes im Körper vonstattengeht. Treten dann noch zusätzlich Schmerzen in der Brust, Atemnot und neurologische Symptome (z.B. Kopfschmerzen, Sehstörungen, oder gar Bewusstlosigkeit) auf, muss die Diagnose einer Endokarditis in Betracht gezogen werden.


Die Diagnostik umfasst unspezifische Laboruntersuchungen, Blutkulturen und die Echokardiographie

Die eindeutigsten Hinweise auf eine Endokarditis bieten Blutkulturen und die Echokardiographie. Bei den Blutkulturen wird dem Patienten Blut entnommen und mit diesem Blut werden verschiedene Tests gemacht. Sinn und Zweck dieses Vorgehens ist die Untersuchung des Blutes auf mikrobielle Erreger, wie zum Beispiel Bakterien. Ist im Blut ein für Endokarditis typischer Erreger vorhanden, erhärtet das den Verdacht. Endgültig besiegeln kann man die Diagnose durch eine Echokardiographie. Sind Blutkultur und Echokardiographie auffällig, gilt die Diagnose Endokarditis als gesichert.


Die Hauptsäule der Therapie bei Endokarditis ist der Einsatz von Antibiotika

Die Therapie der Endokarditis mit Erregernachweis im Blut und Fieber sollte immer in einer Klinik erfolgen, um eine optimale Behandlung zu ermöglichen. Dies ist unter anderem notwendig, da die Antibiotika parenteral, also über die Venen, verabreicht werden sollten. Das Spektrum an Antibiotika, das zu Einsatz kommen kann, ist abhängig von der Art des Erregers und dessen spezifischen Eigenschaften (z.B. Resistenzen). Mögliche Präparate sind Penicillin, Oxacillin, Ceftriaxon, Cefazolin und Vancomycin. Die Bewertung des Behandlungserfolges erfolgt mittels subjektiver Einschätzung des Patienten, des Fieberverlaufes und täglich angefertigter Blutkulturen. In Fällen starker Zerstörungen am Herzen durch einen Erreger kann auch ein herzchirurgischer Eingriff notwendig werden, wovon fast die Hälfte aller Endokarditis-Erkrankten betroffen ist.
Die Prognose der Endokarditis hängt von zahlreichen Faktoren ab. Eine schlechtere Prognose muss bei höherem Lebensalter, schweren zusätzlichen Erkrankungen, später Diagnosestellung und/oder schweren neurologischen Symptomen konstatiert werden.